Авигдор Александра Белькинд Василий Когаловский Creative Commons Attribution 4.0 International License

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Прошение Авигдора на высочайшее имя - немецкий перевод с оригинала на иврите. Перевод на русский - см. документ 002

начало 1800, не позднее 23 апреля 1800 Павлу I

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Прошение Авигдора на высочайшее имя - немецкий перевод с оригинала на иврите. Перевод на русский - см. документ 002

Дата: 1800-04-23 Кто: Авигдор Кому: Павлу I
36 Vorbereht Zur Beweisung, und Erklärung die Schande der Uebelthäter. Psalm 19ter Dawid v:

Daß Gesetz des Herrn ist ohne Wandel, und erquiket, die Seele$ daß Zeugniß des Herrn ist gewiß, und macht die Alberne Weise

Nach meiner Erklärung nach, diejenige welche sich nicht äußerst anstrengen wollen, um den wahren Inhalt, von die Heiligeschrift zu ergründen, sondern Sie halten selbige blos gleichgiltig, ohne eine jede Sache zu ergründen, was die Heiligeschrift, da mit sagen will; die Irren sehr! Denn wie können Sie selbige nennen richtig? und ohne Wandel? Da doch der Inhalt da von, mehrsten aus Historische sachen besteht? Hauptsächlich, sollte jeden auffallend sein, daß erste buch Moses, welches nichts mehr als Gesichten in sich hält? besonders der Anfang da von, welcher enthält die Ge schichte, von Adam, nebst Ewa, und der Schlange? daß könnte doch ein jeder Dichter erdenken?_ Also ist es nicht anders, daß der All- mächtige verlangte, um sein Rechts-wegen, die Schrift zu vergegenvergrößern 1 und zu verstärkern: Und alles was nur in die Heiligeschrift ge- schrieben steht, ist alles eingericht von dem Allmächtigen Schöpfer mit der größte Ordnung, Klugheit, und Weisheit. Um der Weise soll sich darin Gründe finden, seinen Weltlauf, in Ordnung zu vollbringen, und daß durch Ihm, auch andre, welche darin unwißend sein, unter- richten zu können: um selbige auch zum Wohlstand zu verhelfen. Denn der Allmächtige wollte nicht, daß auch nur einer auf der Welt Hiob sollte von Ihm verstoßen sein. Wie wir finden_ daß der Allmächtige einen jeden Menschen, sucht zu helfen._ Hiedurch erschuf der Schöpfer im Anfang, aus nichts, alle Sachen; nebst den Menschen. Und brachte in Ihm eine Seele: um daß er soll Klug und Vernünftig sein: Und da ein jeder soll erkönnen die Macht des Schöpfers, durch die große Werke welche Er erschaffen hat. Damit sich der Schöpfer mit Sie rühmen könt 2? so wie Er sich einst rühmte, mit die Erzväter, Abrahm, Isaac und 2 3 Buch Moses 3 Ca: 6.v: 1 buch Moses 18 Ca: 18.v: Iacob. Denn er steht auch drücklich _ "Ich bin der Gott Abrahm, der Gott Isaac, und der Golt Iacob. Über dem steht aus führlich bey Abrahm."_ ??? 4 Ihm Gott versprach, einst zu ein groß mächtiges Volk, werden zu laßen auß alle Völker auf Erden, ??? 5 Ihm gesegnet werden sollen. ??? 6 ich weis, er wird alle die Seinige anbeföhlen, daß Sie des Herrn Gebote halten sollen, und thun was gut ist: um daß der Herr auf Ihm kommen 1 buch Moses 26 st Ca: 5.v: laße, alles was er Ihm versprochen hat._ Das gleichen bey Isaac_ Ver- sprach der Herr Ihm es laßen Wohl zu gehn: da durch, da Abraham, meine Befehle Gehorsam geleist hat, und hat beobacht, meine Rechte, Gebot, Weg und Gesetze._ Schließlich, daß dies alles sich unsre Erzväter schon ver- dienstbar gegen Gott gemacht haben, durch Ihre Weis-heit, ehe noch gar die Hielige Schrift, ist befohlen worden: denn selbige, kam erstlich nachhero durch Mose _Und alles was der Schöpfer auf der Welt erschaffen hatm hat er bloß zu seiner Ehre erschaffen. Denn es steht geschrieben._ „Alle die meinen Nah- Jesaja 66 st Ca: 20.v: men anrufen, rufen meine Ehre an, und um deroselben, habe ich Sie erschaffen._ Des gleichen finden wir_. Der Herr spricht, Auch von alle Nationen, welche mir Opfer bringen, aus selbige werde nehmen Priester und Levitten._

Und Gott hat ein Gesetzt hohe Richter auf der Welt, um daß durch Ihre Befehle, und Gesetze, die Welt regiert werden soll, mit Rechtschaffenheit Und dem Oberhaupt von einen jeden Land, hat Er anvertraut, einen Kaiser oder König; Eben so wie Er nur ein regierender König in Himmel ist. Da durch hat Gott, die Kaiser, und Könige überlaßen ganz besonder Rech te, nach welche Sie richten können. Denn die Macht der Regierende, ist blos in Gottes Gewalt. – Ueber dem hat Gott befohlen, daß jeder Zeit der Sohn von den Regierenden, nach dem Vater auf die Regierung folgen soll: um daß er niemand brauch, um gehieme Anträge zu frag 1ste buch Samuel 8st Ca: n. Und alles was da geschrieben steht_ Von die Verhaltung, und Freyheite der Regierende Kaiser, und Könige, ist Sie alles unwiedersprechlich er- laubt: Und wer sich von Unterthanen, gegen Regierende Ihre Befehle wiedersetzt, verschuldet den Tod; Um dadurch die Hochachtung und Gehorsam, von die Regierende, auf daß Strengste, eingeführt sein soll._ Denn sollten etwa keine Regierende Kaiser, und Könige nicht sein, machten viele Uebelthaten geschehn; Zur beweisung finden wir. _ „Daß da so viele Uebelthaten vorgingen, nehmlich, Zauber in buch der Richter Ca: 17.18.19.20 rey, und besondre Geheimniße zu erforschen, diebstähle, Mörderey, und der gleichen mehrere schlechte Thaten: Und bey einen jeden schlechten Vorfall, steht aus drücklich in die Schrift, daß zu selbiger Zeit kein Regierende Haupt, nicht geherrscht hat!_ Vieltausend mahl glücklich, war uns, das aberschützen, das All mächtige beglückt hat, und hat uns zur Regierung eingesetzt „Unsern Herrn den Großmächtigen Kaiser Paul den Ersten, welcher sich auch der Erster, und Weiseste nennen kann, über alle auf die Erde Regierende Kaiser, und Könige; durch seine große Klugheit, und Weis – heit: eben wie der König Salomon, auf welchen Gott der Herr sagte, daß Er klüger ist, wie alle Menschen auf Erden._ „Des gleichen 4tes buch Moses 12tes Ca: 3ter v: sanftmüthig wie Moses war, auf welchen Gott sagte._ 7Daß er sanft- müthiger ist, mehr als alle Menschen auf Erden„_ Den Sanftmuth übersteigt alle andre Gaben; beweilen in selbige befindet sich der Anhang von alle gute Thaten._". Ein Zeugniß von unsern Allergrö- sten, und Großmächtigen Kaiser, seine Sanftmuth, sehen wir Tag Täglich, wann wir nur auf die Müntzen schauen: wo durch Klugheit, drauf angebracht ist: nicht unser: nicht unser: sondern dir gehört daß Silber und Gold._ – so sprach auch der Herr Zaboath._ – „Des gleichen zur Bezeigung: so ein gringer, und niedriger Mann, wie ich bin, habe schon Zwey-mahl daß unaus-sprechliche Glück gehabt, daß Ihro Kaiserl. Majestät, meine Schriften huldreich, aufgenommen haben, und so gleich mir auch aufs Huldreichste, dafür belohnt._ Dies fließe mir ein nicht zu zweifflen, daß Gottes Huld, ihro Kaiserliche Majestät jeder Zeit beschitzen thut._ – Dann wir finden, des gleichen bey den großen Schöpfer, daß da wo er angrößten angefleht wird 5tes buch Moses 10. Ca: 17ter v: bezeugt er sein Sanftmuth._ – So wie es steht geschrieben._ „Den der Herr, euer Gott, ist ein Gott aller Götter, und Herr über alle Herrn, ein großer Gott, mächtig und schrecklich; der keine Person achtet, und keine Geschencke nimmt._„8 Und wir finden nirgend in die Heilige Schrift daß auf ein Ort gegen den Schöpfer, so viel Ruhm sollte angebracht sein: als auf diesen?_ Es ist aber bloß daß der Schöpfer, nach diesen großen Ruhm, sein Sanftmuth zeugen will. Denn es steht gleich nachhero, ebiges Ca: „Ünd schafft recht die Waisen, und Wittwen, und hat die Fremdlinge lieb, daß er Ihnen Speise, und Kleider giebt.„_ Und hauptsächlich 9 verläßt Gott selbige nicht, weil Sie keine besondre Annehmer haben 37 ??? 10 auch, unser Großmächtiger Kaiser, bey alle die ??? 11 Hoheit, und Majestät, welche Ihro Kaiserliche Majestät, Höchst- eigen besetzen, bin ich armer Fremdling, welcher hier in gantzen Land nicht den mindesten Anhang hat, auch nicht verworfen worden. Dies bewegte mich jetzt, mit meine Demüthigste Bitte, unterthänigst vor Ihro Kaiserliche Majestät huldreichen Throns, zu fallen, und unterthänigst zu reden._

Es ist jetzt verfloßen .130. Jahr, als unter unsre Jüdische Nation, unter die Regierung des Türkischen Sultans, einer mit Nahmen „Schabsus-zwy„_ sich aufgeworfen hat, und wollte behaupten, als wäre er der Mesias. Da bey gab er, anstatt die Heilige-Schrift, ganz besondre freye Gesetze mit warnung, wer seine Befehle nicht Gehorsam leisten wird, derselbe soll von seine Anhänger ganz besonders vertilgt werden._ Zur letzt, da der damahlige Sultan, seine Frevel, welche der Aufwiegler veranstalltete, in Obacht nehmen ließ, wurde erselbst zum Tode verurtheilt, und seine Anhänger mit der schärfste Warnung, aus einander gelaßen. Nach ver- lauf von 60. Jahren, wurf sich abermahlen, unterselbige Regierung einer auf, und wollte behaupten, daß er ein Prophet sey, zog des gleichen durch seine freye schriften viele Anhänger zu sich; welche aber auch bey ??? ??? Ihr vorhaben aufs-strengste bestraft worden sein. Jetzt sein es bey nah verfloßen 50. Jahren, als unter die Regierung des Hochseelige Königs von Pohlen, und Churfürst von Sachsen, Augustus der 3te von selbige Seckte sah allda welche aufgeworfen haben, und nennten sich „Leute die Kenntniß haben von Verborgne Sachen„_ und übten mit Ihre Anhänger auch viele unerlaubte Freiheiten aus._ Und da zu damahliger Zeiten noch über uns von unsre Nation, Älteste als Richter angestellt waren so wie es in Pohlen von alte Zeiten durch Könige Ihr Befehl eingeführt war. Zogen Sie die Aufrührer ins Gefängniß$ und da Sie nach hero der Sachen des Königs Majestät vorlegten, aus welche erhällte, daß Sie Aufwiegler sein, so ist lhr Urtheil befehligt werden: und Sie gangen über zur Catholische Religion, haben aber noch bis jetzt den Nahmn „Schabsus-Zwinkus„._ Von selbige Seckte blieben aber zu da mahlen, noch 3. Persohn übrig, nehmlich Israel aus Mesubitsch, und 38 Und Berel aus Masritsch welche die dicht waren von dem Buch von welchen ich eine kleine Kopie hinbey lege, und Jacob aus Polen mit 12 ihn sich bey Verhaft nehmung der andre, in Verborgniß hielten_, und als Sie nach dem zum Vorschein komen, nannten Sie sich Leute die jede Art Geister, nach Ihren Nahmen Satieren können._

Da nach hero des hochseeligen Königs Majestät Ponatowsky die Re- gierung in Pohlen antraten, brachten es selbige Seckte durch andre so weit, daß die Juden Ihr recht abgenommen wurde, Älteste und Rich- ter untersich zu haben, sondern, daß es beßer wäre wann ein jeder vor sich ist: da durch befestigten Sie sich ein neuen Bund, streuten unter selbige freye und übelthätige Schriften, in die Verborgne Schrift, nehmlich, Sie behaupteten, daß Sie wißen die Meinung des großen Schöpfers, und machten so gar vorgringschätzig, daß ein jeder mit Gott eins ist, und haben untersich erlaubt alle verbotne Gesetze; Den Psalm 119t Ca: 126.v. Sie beruften sich auf._ Es ist Zeit daß der Herr da zu thun: sie haben dein Gesetz zerrißen,,_ Da durch erlaubten Sie sich die Verbotne Gebo- te, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch „schwören„ Und von Sie gingen die Freyheiten auch über zu andere Nationen._

– Da Sie sich nach dem getheilt haben, in Zweyerley Meinungen, ein Theil behauptete, nehmlich, es ist ein Allmächtiger Schöpfer, welcher die Welt regiert, und hat aber den Menschen blos da zu erschaffen, daß er alles zu was Ihm seine Lüste reizen thun, vollführen mag blos daß er in Obacht halte; seinen Nebenmenschen zu lieben, wie sich selbst: und was da anbelangt, die Heilige=schrift, selbige hat Moses von selbst ersonnen: Da durch verleugnen Sie alle Nationen, die nach Moses kamen, denn selbige alle behaupten – daß wann auch alles auf der Welt sollte verlohren gehn, so wird doch nicht ein Wort von Moses, seine Schriften verlohren gehn._ Die andre Meinung urtheilt dagegen: daß gar kein Schöpfer nicht ist, sondern alles was auf die Welt ist, ist alles von selbst zum Vorschein gekommen._

Hierauf will ich mit die letzten, Ihre Gesinung, die Ersten ant- worten; So gar wir finden es auch in die Heilige Schrift._

Denn daß ist gewiß, alle Sachen die von selbst Ihren Ursprung haben, können nie in große Ordnung sein. Denn wir finden nicht daß die Natur von selbst ein Gebäude mit die da zu gehörige Zierung hervor gebracht hat: außer selbiges wird jeder Zeit durch Künstler hände verfer- tigt._ Eben des gleichen, wann wir betrachten, wie Künstlich die Welt er- schaffen ist, das der große Schöpfer nicht das mindeste da rin unterlaßen hat, was zu den Menschen sein Nutzen, und Vergnügen gehört: so wohl an Reichthum, und Seltenheiten, als auch an Früchte, und was alles zum Menschen seine Nahrung gehört: so gar alles was lebende Thiere nöthig haben, hat Er da rin erschaffen. Des gleichen wann wir betrachten, die Kräfte? Hoheit, Schönheit was die Sonne an sich hat. Und doch ist Sie nicht führerin von sich selbst? Daß Sie sollte können von Abend auf gehn, und gegen Mor- gen untergehn? Sondern so wie Ihr der Allmächtige Ihre Eigenschaften ver- liehen hat, so muß Sie sich verhalten. Und dies alles ist doch ein jeden Mensche sichtbar und bewußt. Vermuthlich muß Sie doch ein Regierer haben, und doch wollen die Seckte behaupten, daß die Welt gar kein Führer nicht hat, sondern es ist alles von selbst entstanden!_ Sollten Sie etwa wollen einwenden daß wegen Ihre Niedrigkeit, kümmert sich der Schöpfer nicht um Sie, so wie um die Sonne? So ist daß just daß Gegentheil: denn die Sonne ist ja bloß 1tes buch Moses 1tes Ca:15.v: um den Menschen wegen erschaffen! denn wir finden ausdrücklich._ Sie soll sein ein Licht an die Veste des Himmels, um zu scheinen über die ganze Erde. Sprüch wör ter Salomo des gleichen finden wir auch, daß Gott sagte:_ 13Der Weise ist die Veste von der Welt, um seiner halb habe ich selbige erschaffen„14._ Also, wann wir nur betrachten, Himmel und Erde, und alle darauf befindliche Beschäfniße, so kann ein jeder Mensch einsehn, wie weit die Kraft und Allmacht des Schöpfers ist: daß Er die Quelle von Leben, und von Klugheit, ohne ein Körper zu sein, ist. Und es kann Ihm gar nicht daß ereignen, was ein Körper unterworfen ist: beweilen Er gar kein Maaß hat: auch bedarf er nichts von dem, was Er auf die Welt erschaffen hat: Denn dieß hat er bloß um dem Menschen wegen erschaffen, daß er es mit Artigkeit nützen soll, und da durch zu erkönnen, daß Gott der wahre Schöpfer ist. Sollten die Seckte dies alles durch Ihren eigenen Vernunft nicht versteht 39 Psalm 104r Ca: können, so finden Sie es ausdrücklich._ wie Dawid sprach: 15Herr! wie sind deine Werke so groß und viel, du hast Sie alle weislich geordent; und die Erde ist voll deiner Güte„._16 Und die Ersten die in Ihre Meinung beharren daß zwar ein Schöpfer aller dinge ist, nur daß auf nichts ein Verbot sey, sondern ein jeder kann handlen nach sein belieben! So muß er aber doch wenigstens das, was an den Schöpfer anbelangt sehn zu vollführen nehmlich, Ihm zu fürchten, und zu Ehren? – Also um die Leute Ihre Mei- nungen zu zernichten; hat die Heiligeschrift in Anfang erzählt die Geschichte von Adam, und Eva, nebst der Schlange. Denn in Anfang als Adam ist 1st buch Moses. 12te Ca: 15.v. erschaffen worden;_ 17Setzte Ihm Gott ein in Paradies. Und gab ihm alles gutes„ – welches ein jeder Mensch erstlich hoffen muß, nach seinen Tode zu bekommen – blos Gott verbot ihm, daß von dem Baume der Erkänntniß Gutes und Böses soll er nicht eßen. – Und dies nennen unsre Gelehrte, eine Probe in Wohlstand. – Und doch konnte er in die Probe nicht bestehn! selbige Ca: Denn als die Schlange Eva und Ihm anredete, daß wann Sie von dem Baume eßen werden, so werden Sie alles Zukünftige wißen, und Gott ähnlich sein;_ gehorchten Sie selbige: weil Ihr Verlangen schon zu damahlen war, ein Gott zu sein._ Da Sie aber Gott nachhero wegen diese begangne Sünde aus den Paradies verstieß; und verfluchte Ihm – 18Mit Traurigkeit sollst du stehts dein Brod eßen„19 – welches unsre Gelehrte nennen, eine Probe in die Armuthe! _ So hatte er schon nachhero kein Lust sich zu einen Gott zu erheben._

Hiedurch ist nun zu schließen; wann Adam, welcher beschaffen war, von Gott selbst, konnte nicht bestehn in sein Wohlstand auf der Probe? Viel Hiob. 14te Ca: weniger die jetzige Menschen: welche von Mütter gebohren sein, und Ihr lebenslauf eine Gräntze gesetzt ist: welches Sie mit Unruhe ver bringen: Wie können selbige mit die Probe in Wohlstand bestehn?_ Hiedurch hat Gott befohlen, dieselbe welche Er aus Ägypten erlöste, welche doch zu damahlen da als Sklafen behandelt wurden – ehe Er selbige nach das Gelobte-land führte: daß Sie sollen sich aufs äußer- ste bestreben, die Heilige-schrift zu gehorchen; auch selbiges Ihre Nach- kömmlinge aufs strengste zu befehlen; Da durch hat der Schöpfer sel- 5te buch Moses. 6. Ca: 24ter v. bige mit so viele Gebote überhäuft: Um daß Sie gehorsam, und Furcht vor Ihm haben sollen: um daß wann Sie ins Gelobte land kommen werden, wo Sie alles überflüßig haben werden, daß Sie nicht übermüthig werden mögen._ Und die Nationen, welche nach Sie entstan- Malechai 2tes Ca: 10ter v: den, gestunden des gleichen: 20Daß wir alle von einen Vater herstammen, und daß uns alle ein Schöpfer erschaffen hat_.21 Und da Sie aber auslegten ??? 22 alle scharfe Gebote, welche durch Moses sein Gelerthen worden, blos auf die ???stat sein, welche aus Ägypten ???bst Ihre Nachkomende erlöset worden sein! hie ??? aber auch befürchteten daß was Sie ganzlich ohne Gebote, und Gesetze leben werden; Sie in Ihren Wohlstand, übermüthig werden mechten: So haben Sie untersich eingeführt, aufs strengste zu beobachten, die Zehn=gebothe: und des gleichen mehrere Gebothe, um den Schöpfer aufs möglichste zu Ehren, und zu Fürchten Denn Sie waren versichert, daß durch diese Gebothe nur allein zu halten, ohne die übrige, Sie auch gegen Gott gerechtfertigt sein. Zum beweis, finden wir daß Noah, welcher bloß Sieben Gebote beobacht hat; Ihm doch der Söpfer rühmte, 1st buch Moses 2tes Ca: daß er ein Weiser Man ist._

Hoffentlich waren dies die Meinung des König Dawids, was Gott durch Ihm sprach. – 23die Gesetze des Herrn mit alle Ihre Meinungen, und Anhang, sein ohne Wandel„ „daß Zeugniß des Herrn ist gewiß, und macht die Alberne Weise„_.24 Um daß ein„ „jeder nach sein Glauben schließen kann; daß des Herrn Wunsch blos ist, daß jeder„ „nach sein Vorschrift halten soll, da mit er des Herrens Wohlgefallen, nach sich ziehe._25

Durch diesen obenangeführten, kann mann nicht vergleichen, die unter Jüdische Nation jetzt entstandne Seckte, mit die von andre Nationen Frey-geister! Dann jene thun es blos, weil Sie in die Wahrheit von die Lehre Zweifelnd sein; So ergeben Sie sich Ihren willen nach Gutachten. Sie glauben aber nicht, daß von dem von welchen Sie die Gebote haben, daß selbiger Weiser war, wie Sie? Sondern Sie nennen sich die Klügste!_ Aber die von der Jüdische Nation, welche Ihren ganzen Frey-geist, da mit zeugen, daß Sie alle Ihre Hertzenslust, was auch noch so viel schlechtes darin enthalten ist, nachgehen; Da Sie nichts mehr thun, als in Trunkenheit lustig zu sein, nennen Ihren Ältesten, welchen Sie unter sich erwählt haben, Gott, suchen mit die größte Liste und Räncke, fremde junge Menschen zu sich zu ziehen, um Ihren Anhang größer zu machen! So kann ich Sie nicht anders erklären, als die schlechtesten auf Erden._

Und da durch Sie auch viel Unheil, sich unter andre Nationen ziehen kann, so habe mir die große Freyheit bedient: Da mir bewußt ist die Weisheit und Rechtsliebe, welche Ihro Kaiserliche Majestät, in Höchst dero regi- rung besitzen: dies beyliegende, welches ich aus ein Theil Ihre Freye bücher ge- zogen habe, nebst ein unübersetztes der Ihrigen bücher; und bey ein jeden ein Gegenmeinung zum Beweis Ihr unrechts bey gesetzt habe: ganz unterthänigst vor zu legen._ Und auf höchst Ihro gütige Antwort, bestehet mein Hoffnung und Vertrauen._

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??? ??? Meinung ??? 26 meine Erfindung habe ich da durch so betiefet, weil die ??? Außer der erben bey gesetzten Schrift bloß Ihre Mein- ???, die Menschen abzuleiten, von das wahren Weg ??? und seine gegebne Gesetze. Um daß sich niemand da durch soll verführen laßen, brenge ich meine beweise da gegen ausdrücklich an, um ein jeden von Ihre Unwahrheit zu bezeugen._ Copie von dem Buch, Titulie ??? Israel aus Mesubisch ??? Führung von Berel aus Masritsch
Aus Ihr Erstes, ist eine beweis daß Sie die Heiligeschrift nicht gelernt haben. Denn die Predigte Salomo. 7 Ca: 2-5_v: Wir finden._ daß Hertz der Weisen ist in Trauerhause, und daß Hertz der Narren in Hause der Freude. Denn wie könnte daß sein daß von unsre Nation jeder Zeit in Freuden sein soll? Da wir doch aus drücklich finden, daß zur Zeiten da In Ihren buch seite. 21. führen Sie unter andern an:_ .1. Ein Mensch muß jeder Zeit lustig und fröhlich sein; 2. Und muß jeder Zeit denken und glauben ganz sicherlich, daß Gottes Ruhung ist bey Ihm, und hütet Ihm. 3. Und er siehet jeder Zeit auf Gott, und Gott auf Ihm.

die Juden, noch ins Gelobte Land waren und Ihre eigene Tempel hatten, und da befohl Sie Gott durch Moses ausdrücklich._: Daß Sie bloß an die Feyertage 5tes 27 buch Moses 16 Ca: 11- 14ter vers: sollen lustig sein, welche Sie drey mahl ins Jahr haben! Und da bey steht auch ausdrücklich befohlen._ Daß bloß vor Gott sollen Sie fröhlich sein. Das gleichen Jesaia 66.Ca:10ter v: finden wir._ 28Freuet euch mit Ierusalem, und seyd fröhlich über Sie, alle, die Ihr sie lieb habt. Freut euch mit Ihr alle, die Ihr über Sie traurig ge- wesen seit_.29 So ist dadurch zu verstehn, daß die Jüdische Nation jetzt nicht stehts fröhlich sein darf, so gar beym Gebet verrichten, gegen Gott, darfen Sie nicht Psalm 2.Ca: 11.v: lustig sein_. so wie der König Dawid Sie erinnert._ 30Dienet dem Herren mit Furcht, und freuet euch mit Ziltern_.31 Dies finden wir auch in Buchen Vor gesetzte Jhre Bücher, und in die Verborgne Schrift,_ Schließlich durch Ihre Aufführung, da Sie untersich jeder Zeit lustig und fröhlich sein$ so ist öffent- sich gezeigt, daß Sie von die Ehemalige „Schabsus Zwinikus„ Ihre Seckte sein, denn da Sie bey Ihre Zusammen künfte, nichts mehr aus üben, als gut Essen und Trinken, so bewegt Sie dies zu besondre Fröhlichkeiten, durch welche Sie untersich Geheime Bündniße Schließen, welche zu die größte ??? und Übelthaten, anlaß geben kann._

2 Was Sie in Ihre Zweyte Anführung Anführen. Da mit wollen Sie ausdrück- lich Zeugen, daß man vor kein Vorgesetzten, nicht darf Furcht zu habn. Weil Sie doch behaupten daß Gott jeder Zeit mit dem Menschen ist!_ Da wir 1st buch Moses 28.Ca: 15.v: doch bey unsre Erzväter. just daß Gegentheil finden_. 32Den da Gott den Jacob, aufs gewißte versicherte, daß er allerorten wird bey Jhm seyn, auch da war der Jacob noch Fürchtsam._33 Zwar sollte ein jeden Mensche sein Flehen sein, daß der Allmächtige stehts um Ihm wäre, um Ihm von allen Übelbegegniße zu hüten; aber es vor ganz sicher zu halten, daß ohne allen, Gott jeder Zeit mit dem menschen ist:_ dies ist unglaublich._

3 Und was Sie in Ihre dritte Anführung anführen._ – Daß ist doch jedem bewußt, daß Gott gar kein Körper, und kein Gestalt hat, sondern ist ein ??? welches für unser Augen unsichtbar ist: Also wie ist möglich auf Ihm zu sehen?_ Es ist so gar keine Sache auf der Welt erschaffen, welche sich durch sein Vernunft rühmen konnte, daß er hat erfunden, was die Gottheit selbst ist?_ So gar 2tes buch Moses 33st Ca: 18.v: wir finden._ Daß Moses hat gebeten zu Gott: 34Herr, laß mir sehen deine Herr- lichkeit!35 Dies meinte er zweydeutig, erstlich, daß er bloß die Herrlichkeit Gottes sehen wollte; uns zweitens, der Schöpfer selbst zu sehen; denn er wollte sich nicht so grade aus drücken, um zu bitten den Schöpfer selbst zu sehen._ Da rauf selbiges Ca: antwortete Ihm Gott_ 36Ich will vor dein Angesicht her, alle meine Güte gehen laßen. Um daß du aber nicht glauben sollst, daß dies schon die wahre Gott- heit ist; so sollen Sie predigen des Herrn Nahmen vor dir. – und da bey sprach Er Ihm ferner – Mich selbst kannst du nicht sehen, denn Mich hat noch kein Mensch gesehn. Auch so gar die Abgeschiedne von mir, die daß Ewige-leben haben, können mich auch nicht sehen._37 Denn die Abgeschiedne von Gott, besitzen im Maaß, aber der Schöpfer selbst hat gar kein Maaß._ Also hiedurch ist doch sichtbar, wie die Bösewichter sich vergreifen gegen Gott; und rühmen sich mit lügen, da Sie sagen, daß Sie jeder Zeit auf den Schöpfer sehen; als hätte Er ein Gestalt._ Und hiedurch verleugnen Sie auch die lehre Moses, worann doch alle Nationen auf der Welt glauben - folglich sein Sie gegen alle Nationen.

Bezeugniße dagegen._ Copie von die Seckte Ihr Buch._
Auf Ihre Anführung, daß mann nicht brauch Furcht zu haben vor ein Menschen, weil wir alle Menschen sien!_ O! wehe demjenigen der sich solche Worten einprägen läßt, daß nicht ein Mensch über den andern sollte zu befehlen haben._ wir finden 5tes buch Moses 17.Ca: 15.v: es so gar in die Heiligeschrift._. 38Ihr sollt über euch Befehlende haben. Das gleichen, daß ein Mensch vor den andern 1ste buch Samuel 16tes Ca: Furcht haben muß„._ finden wir._ Daß Gott hat den Samuel anbefohlen, sich ein Krug mit Öhl an zufüllen, und hin zu gehn Wann jemand sollte sehen eine Sache wo für er Furcht hat; soll er sagen 1 vor was brauch ich Furcht zu haben vor diese Sache? Ist es ein Mensch so ist er ja nicht mehr als ich!_ Ist 2 es ein böses Thier, was brauch ich dafür Furcht zu haben?_. Also ist es nicht anders, daß die Furcht welche mir bey erscheinung einer Sache überfallen thut, nichts an- ders ist, als 3 daß sich Gott ??? 39 derselbe Sache verfüllt hat.

zu den Isai, denn ich habe mir einen von seine Söhne erwählt zur Königswürde Samuel, abersprach, ich habe Furcht zu gehn? Denn wann es Saul erfährt, wird er mich gewiß umbringen laßen?_ Da sprach Gott, nimm zu dir ein Kalb, und sprich, ich bin gekommen, um den Herrn ein Opfer zu bringen._ So ist doch hieraus 41 sehebar, daß ein jeder Mensch vor sein Obern Furcht haben muß. Den ??? Sa muel dieß verrichten sollte in befehl Gottes, und doch hatte er Furcht vor Saul. Aber nicht so wie die Seckte anführen, daß mann vor kein Menschen auf der Welt brauch Furcht zu haben._

Daß Sie in Ihre Zweyte Anführung, anführen, daß hauptsächlich vor böse thiere brauch mann nicht Furcht zu haben, weil wann Sie jemand was thun, hat sich Gott in selbige verwandelt!_ So will ich bezeugen, wie außerordentlich Sie den Allmächtigen Gott beleidigen: Denn ist daß möglich ein Hund oder ein ander böses thier, welche ein vorbeygehnden beißen, kann man wohl glauben daß es da durch geschah weil sich Gott in Ihm verwandelt hat?_

Über dem wann es sollte so sein, wie die Seckte anführen, daß sich Gaft in dem jenigen verwandelt, der was böses begeht!_ Auf der Art, so hat ja Gott um- 1st buch Moses 9.Ca: 6.v: sonst anbefohlen in die Heiligschrift, auf alle Menschen._ "Daß der wer Men- schen blut vergießt, deßen blut soll wiederum vergoßen werden? Da Sie doch sagen, daß sich Gott in demjenigen der daß böse „nehmlich die Mordthat„ begangen hat, verwandlen thut; So ist es ja mit Gott seine Bewillinung geschehen! So geh??? 40 Sie ja gegen in alle Länder genebne Gesetze, und auf dieser Art heben Sie doch frey jemand um zu bringen, welches doch in alle Gegenden aufs höchste bestraft wird

Bezeugniße dagegen._! Copie von die Seckte Ihr Buch!
1 Was Sie in Ihren Ersten anführen! So sein Sie sich ja gegen Ihr ebige Rede, da Sie doch behaupten wollen, daß sich Gott verwandln thut, so gar in dem, welcher böses begehrt, also kann doch der Mensch keine Wahl haben._ 2 „Was Sie weiter anführen, ist ein beweis daß Sie gar nicht verstehen, was daß sagen will „Ehre Gottes„. Den Ehre Gottes, will bloß sagen, die Ehre vor dem was Gott erschaffen hat, aber nicht eigentlich vor Gott selbst. Daß rechte Bezeugniß darauf finden in 3tes buch Moses 9. Ca: 4. 6. 24st. v: wir_. Wo auch die Erklärung da von ist._ 3 „Was Sie anführen_ – ist sehr unrechtge„ dacht, sondern bey eine jede Sache, ist blos ein erschaffnes leben von Gott, aber nicht daß leben von Gott selbst, denn dies herrscht blos, bey die welche abgeschieden von Gott sein, da vor haben Sie auch ein Ewiges-leben: aber nicht bey andre, welche 1 das erste bey den Menschen ist, daß er die Wahl hat zu seine Thaten Bey der Wahl, mußen seine ganze Gesinnungen bloß ergeben sein, den Allmächtigen Gott. 2 Den Gott ist aller Orten gegenwärtig: 3 und in alle Sachen ist Gottes-leben dabey. Also, alle Liebe und Furcht, und alle andre Ereignieße, sein alle von den Willen des Allmächtigen: so gar alle Üble sachen, die sich in die Welt er- eignen. 4 Also muß mann Niemand lieben fürchten, 5 Ehren, außer nur Gott allein Des gleichen, 6 wann jemand, was sprechen thut; so spricht nicht der Mensch selbst, sondern daß Leben was in Ihm ist, und daß Leben ist Gott selbst, also spricht Gott aus Ihm._

4 Ihr leben ein Ziel gesetzt ist._ „Des gleichen was Sie anführen._ So über- 3tes buch Moses 1941 Ca: 18ter.v: gehn Sie da mit was ausdrücklich in die Heilige Schrift befohlen ist._42 Du sollst ??? 43 Neben Menschen so lieben wie sich selbst!_ So gar finden wir noch._ 44Ihr ??? die Fremdlinge lieben._ Also wir können Sie wiedersprechen sechen. die ??? 5 ??? Nation für wahrhaftig hält._ Was Sie anführen._ Daß mann bloß für Gott muß Furcht haben!_ Daß ist ja wieder alle Vernunft: Da wir doch bey alle unser Erzväter, und der gleichen bey mehrere finden, daß Sie vor Ihre Ober Herrn, und auch vor andre Furcht hatten, nehmlich Abrahm, da er nach Ägypten zog; Isaac, da er zog nach der Stadt Gror; und Jacob, da er mit die seinige zu rük in sein Vaters Haus zog: des gleichen Moses als er entfloh aus Ägypten. wie wollen also die Seckte behaupten, daß mann vor kein Menschen außer vor Gott Furcht haben muß?_ Was Sie wollen behaupten; 6 Daß Gott aus jeden Menschen spricht!_ – Daß ist eins der Unmöglichkeit? Denn auf dieser Art, w??? jemand was fälschlish, oder lügen, oder böse Reden spricht, sollte mann wohl behaup ten können, daß der Allmächtige dies aus Ihm spricht?_ Kurtz ich kann laut Ihre Meinungen gar nicht wißen, was Sie für ein Glauben haben, da Sie so unter schiedlich urtheilen. Den bald behaupten Sie, daß die Rede ist der Schöpfer, und dann wieder, daß in Menschen seine Gedanken ist der Schöpfer._ – Es kann nicht anders sein, daß Sie sich selbst vor eine Gottheit schätzen. Da durch bedienen Sie sich so gar in Ihren Schreiben, wann Sie an Ihren Vorsteher schreiben daß Wort Gott._

Bezeugniße dagegen!_ Copie aus die Seckte Ihr Buch.
Was Sie behaupten wollen, daß beym Gebet verrichten, Gott sich gänzlich mit dem Menschen vereinigen thut_! Daß ist ein übertrieben Einbildniß. denn weder bey Moses, noch bey alle große Pro- pheten, finden wir, daß Sie sollten ge- glaubt haben, daß Sie beym Gebete 3tes buch Moses 3tes Ca: mit dem Schöpfer vereinigen. Just das Gegentheil,_ Denn wir finden daß Moses 5tes buch Moses 3tes Ca: sprach._ 45Ich habe gebeten zu Gott, da antwortete Ihm Gott, es ist genug von die- sen gesprochen.46 So erhellet doch daraus Wann mann sein Gebet verrichtet, so ver- wandelt sich der Schöpfer, in die Wörter von Gebet, Dero wegen muß ein jeder Gebet, mit Lustigkeit verrichten, um sich da zu mit seine größte Kräfte anstrengen: da durch vereinigt sich gänzlich, der Mensch, mit den Schöpfer denn durch die Kräfte, die er zum Ge= bet verrichten braucht, spricht er ??? die Wörter, und in die Wörter ??? der Schöpfer verwandelt: da durch ist es, daß sich der Mensch zu der Gebet Zeit, gänzlich mit Gott ver- einigen thut._

daß er bey sein Gebet nicht vereinigt war mit Gott. Eben das gleichen, wa??? jemand ein gemeiner Mann, mit ein sehr vornehmen Herren spricht, kann sich wohl einbilden, daß er schon gänzlich mit Ihm vereinigt ist?_ Und über diesen allen, wann es sollte so sein, wie die Seckte behaupten, daß Sie sich gänzlich mit Gott vereinigen! so müßten Sie doch auch ein Ewig- 47 es Leben haben._

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Bezeugniße dagegen._ Copie aus der Seckte Ihr Buch 48
Was Sie hier anführen, daß eine Sache, zu welche der Mensch lust hat, ist gewiß ein Anfang darin, um zur Verrichtung seine Seele. – Hieraus erklärt sich deutlich, daß Sie eine ganz besondre Seckte sein._ Denn daß ist ein jeden bewußt, daß der Mensch bloß da zu erschaffen ist, um seine Seele in Ordnung zu halten: und auch alle Sa- Alle Sachen zu was der Mensch Zuneigung und Lust hat, es sey was es nur will; muß ver- muthlich, in die selbige Sache ein Anfang bewahrt sein, wel- ches er muß haben, um zur Verrichtung seiner Seele._
chen, welche zur unterhaltung der Seele gehören, selbige ordentlich zu verrichten, vermuthlich muß sich doch ein jeder bestreben, um selbiges zu thun._ Und so wie die Seckte anführen: daß zu was mann lust hat, ist gewiß in selbige Sache ein Anhang um zur verrichtung der Seele! So leugnen Sie ja auf der Art öffentlich an die Zehn-Gebote. Denn nach Ihrn denkungen, wann Sie lust haben zu eine fremde Sache, erlauben Sie sich selbige zu erschaffen: weil Sie sagen, daß in selbige ein Anhang zu verrichtung der Seele verborgen ist; auf solcher Art erlauben Sie sich zu rauben, zu stehlen, Unkeischheit zu treiben, falsch schwören, falsche Zeugniße zu sagen: wann Sie bloß zu solche Sachen Lust haben!_ Und so wie Sie erlauben, daß jeder sich verschaffen kann, zu was er lust hat! so ist niemand vor sein Eigenthum sicher?_ Wer kann also Ihre schlecht Sache mit an sehen, und Sie nicht zu tadlen._
Bezeugniße dagegen!_ Copie aus der Seckte Ihr Buch.
Was Sie hier, wegen die böse Gedanken anführen; finden wir in die Heilige schrift just daß Gegentheil;_ Denn wir fin- 1st buch Moses 28tes Ca: 13. 14.15.ter v: und in 31st Ca: 3ter v: den bey Jacob:_ daß bey alle gute Versicherung, was Ihm Gott versichert hat, hatte er doch Furcht: wie wir aus- 32st Ca: 11. 12ter v: drücklich finden: daß er bloß darum fürchtete, vielleicht hat er gesindiget._ Hiob 1st Ca: das gleichen finden wir ausdrücklich: Da 5ter v: wo Ihm Gott an mehrsten rühmte, sagte er doch: 49vielleicht haben meine Söhne ge- sindiget!50 Darauf zeigte auch Moses an: 5tes buch Moses 10. Ca: 12.v: daß Gott verlangt nichts mehr von Menschen Zuweilen verführten, die böse Ge- danken, den Menschen, nehmlich Sie bringen Ihm bey, als hätte er begangen eine große Sünde; wann gleich es nur ein Weltlicher Verbot ist: so muß sich der Mensch darann nicht kehren, sondern sich er gänzlich aus die Gendanken schlagen: um sich da durch kein Traurigkeit zu veruhrsachen._ Des gleichen wann jemand sein Gebet vor Gott verricht; ist sehr schlecht wann er da bey weinen thut._

außer bloß vor Ihm Furcht zu haben;_ Also ist doch ein Anzeige, daß der Mensch jeder Zeit in Furcht sein muß, ob er nicht etwa gegen Gott gesindigt hat$ aber nicht so wie die Seckte anführt,_ Daß die Furcht in der That nichts ist, sondern ??? 51 stammt bloß von die böse gadanken h???. Nach Meinung ist daß wann ??? ??? die Böse gedanken, dem Menschen bestettigen wollen; diese er nicht gesindigt hat ???uß er es nicht vor wahr beahupten, _ Denn wir finden._ 52„Daß die alle ge ???igt sollen, und sprachen, wir sein unschuldig, der Herr wende sein Zorn ab so antwortete Sie Gott_ Ich will euch da vor richten: da Ihr noch spricht, Ihr Hesekiel 18tes Ca: habt nicht gesindigt._53 Des gleichen Finden wir auch._ Und doch zu damahli- gen Zeiten, der Tempel zernichtet worden ist, und Sie aus Ihrn Wohnungen ver- trieben worden sein, so bezeugt doch vermuthlich, daß Sie sindiger gewesen sein. Und daß es blos durch anstiftung Ihre böse Gedancken war, da Sie zu Gott sag- ten: 54wir sein unschuldig: wir haben nicht gesindigt!_„55 Des gleichen was die Seckte wollen behaupten, daß beym Gebet verrichten gegen Gott, daß wei- nen sehr schlecht ist:_ Da mit zeugen Sie just daß Gegentheil._ Denn wir Psalm 6: Ca:7 v: finden. König Dawid sagte: 56weichet von mir alle Übelthäter; Denn der Herr höret mein Weinen!_57 Des gleichen sprach er: Ich bin so müde von heufzen, Ich schwemme mein Bett die ganze Nacht: und netze mit meine Thränen mein lager._58 Schließlich, sieht mann daß beym Gebet verrichten gegen Gott, daß weinen nicht schädlich ist._ So gur wir finden; daß beym Gebet, daß Wei- JoelJona 2tes Ca: 11 v: nen verordent ist: denn wir finden._ 59laßet die Priester, des Herrn dienerб weinen zwischen der Halle und Altar, und sagen, Herr! schone dem Volk.

Also kann ich nicht anders auslegen; da die Seckte untersich eingeführt haben, stehts lustig zu sein, um nie an Traurigkeit zu denken: daß Sie auf gewiße Ereigniße_ rücksicht nehmen._

Ich könnte zwar laut Ihre Schriften, und Einführung unter sich, noch viel mehreres bezeugen können, aber wegen mangel an Platz, mußte ich es suchen zu verkürtzen._ Und die Bezeugniße welche ich gegen Sie angeführt habe, stelle ich mit willen deutlich, um Sie sollen leichter zu begreifen sein._ und die Arführung, in Ihr hiebey liegen- das Buch; habe zur Kentniß mit Zeichen * angemerckt._ 43 8 Es ist wahrlich erklärt, von alle unsre kluge Vorfahren, daß ??? 60 bey einen Höhern, was in Gnaden suchen zu verrichten hat; daß er nicht ??? gleich mit seine Bitte hervorkommt, sondern er muß erstlich durch Einsicht und Klugheit zeigen, jenen seine Kraft und Macht, und was Ihm bewegt zu 5t buch Moses 3t Ca: 23.24 25st v: dieser Bitte._ Ein beweis da von finden wir bey Moses: Da er Gott bat. „Herr du hast angefangen, dein Knecht, so viel Güte, und Herrlichkeit zu zeugen: Den wer ist dir wohl in Himmel, und auf den gantzen Erdboden, in Macht ähnlich? So thun mir auch dies, laß mich gehn und sehen daß Gelobte land„_ Schließlich, wann Moses auf so eine Art seine Bitte her- vorbrachte?_ Viel weniger ein so niedriger Mann wie ich bin! wie kann ich mir unterstehn, und meine Bitte vor zu bringen, für unsern Herrn über alle Herre, den Großmächtigen Kaiser Paul den Ersten! Nur die Große Gnade welche ich schon Zweymahl daß Glück hatte zu genießen, durch meine wenige Gelehrsamkeit, welche ich besitze; dies gab mir Stoff auch dies mahl meine Bitte, durch etwas wenig belehrsamkeit, Ihro Kaiserliche Majestät, unterthänigst vor zu bringen!

Psalm den 19ten Capitel 10ten vers.

„Die Fürcht des Herrn, ist rein, und bleibt ewiglich. Die Rechte des Herrn "sind wahrhaftig, allegesammt gerecht._„61 Hiedurch wollte König Dawid anzeugen, daß wo Furcht herrscht, vor Gott, all da, sein auch seine Gerichte wahrhaftig._ Und was er anzeigen will mit den Wort „die Rechte Gottes, alle gesammt gerecht„ - Da mit deutet er daß es sein Zweyerley Gerichte von Gott eingeführt. Eins, wo nach die Richter sich halten müßen: Und eins, ist ganz besonders gegeben, vor die Regierende Kaiser und Könige: daß Sie durch Ihren eingegebnen großen Verstand von Gott, nach Ihren Wohlgefallen bey eine Vorfallende Sache ganz ohne Zeugen, richtenkönnen: Um daß die Nationen, sollen Furcht und Gehorsam leisten gegen Ihre Regierende Kaiser und Könige._ Des 2t buch Samuel 12. Ca: gleichen finden wir auch bey König Dawid._ Nehmlich „es waren Zwey Männer in einer Stadt, einer war Reich, und der andre Arm: Dabey hatte der Arme nicht mehr in Vermögen außer ein Schaaf. Da einst ein Gast zu den Reichen kam, schonte er zu schlachten, eins von seine Schaaffe, sondern nahm dem Armen seins, um es vor den Gast an zu richten. Da diese Begebenheit vor König Dawid kam, ergrimmte er sehr gegen den reichen Mann, und sprach: 62So wahr der Herr lebet, der Mann der diese gethan hat, ist des Todes verschuld und 63 über??? soll er des armens Schaaf vierfaltig bezahlen._ Schlieslich laut König Dawid sein Urtheil, hat er doch dem Mann gericht, mehr als die Gesetze befehlen!_ Es ist aber ein Zeugniß, daß Regierende, ganz vor sich besonders richten können, auf die welche ein böses Gemüth haben: um daß es andre zur Warnung dienen soll._ Der gleichen Bey spiele mehr, finden wir noch in buch der Könige 3t Ca: 24 28st v: bey König Dawid, auch beym König Salomon: Wo durch zu bemerken ist, daß Re- gierende, ohne Zeugen, und ohne ein Eid wegen eine vorfallende Sache, abnehmen zu laßen; nach Gutachten richten können: welches aber, die von die Regie- rende ein gesetzte Richter, nicht so richten darfen, sondern Sie mußen Zeu- gen anhören, oder die Sache zu ein Eid kommen laßen._ Denn die Regierende Ihr eigen Gericht, veruhrsacht auch, daß die ganze Nation Furcht hat, böses zu 1st buch Königen 3tes Ca: 28 v: thun, wann auch keine Zeugen dabey sein: Denn wir finden es ausführlich_ „Das Urtheil des Königs erschallte unter den ganzen Volk, und Sie fürchteten Ihm._ Denn Sie sahen, daß die Weisheit Gottes in Ihm ist, um Gericht zu führen._„ 5tes buch Moses 17. Ca: 12. v: Da durch befohl auch Moses._ Daß niemand das mindeste weichen darf, von die Befehle welche Regierende befehlen thun: und wer dies nicht gehorcht der hat den Tod verschuld_ Auf diesen zeugte König Dawid an, da er sag- te „die Rechte Gottes sein allegesammt gerecht, nehmlich, eins was die Richter rich- ten, und eins, welches die Regierende ganz vor sich nach Gutachten richten können_„_

Des gleichen auch, unser Herr der Großmächtige Gnädige Kaiseer, haben für alle seine Unterthanen eingeführt: Wahrhafte, und sichre Gesetze; und selbi- ge überliefert an Richter, um die Nation nach Verhalten damit zurichten, und selbige da mit auf den Wahren Weg zu leiten._ Aber wann einer von Sie sollte wollen schlecht sein, so kännte er mit eben dieselben zum bösen 5tes buch Moses führen._ Zum bezeugniß finden wir_. – Daß Gott sprach zu Moses „Siehe Ich habe vor Sie gegeben, Gerechte, und Wahrhafte Gesetze„ - Darauf spricht Hosea 14. Ca: 10ter v: der Prophet Hosea: 64Wer ist Weise, der dies verstehe: und klug der dies merke?_ Denn die Wege des Herrn sind richtig, und die Gerechten wandeln darin: aber die Übertreter fallen darin:_ Welches so viel deuten will„ Daß die Übertreter, mit den nehmlichen, was Sie ist befohlen worden um Gutes zu stiften: eben mit dem selben können Sie einen Weg zur über- 2tes buch Moses 18. Ca: 21. v: tretung führen_. – Eben da durch befohl Moses: Daß mann zu Richter wählen soll, leute die redlich, und Gottes=fürchtig sein_. ,,Dies meinte auch König Dawid, da er zu sammen setzte, die Worte „Die Furcht des Herrn, ist rein: die Rechte des Herrn sind wahrhaftig„ daß deutet so viel, daß nicht anders, die Gesetze nach Wahrhaft geführt werden können, außer da wo Furcht ist._

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Jetzt wil ich mir Zitternd die große Freyheit, und meine Klage vor Ihro Kaiserliche Majestät großen Thron vorzubringen._

Als ich nach Pinskÿ, und über die da zu gehörige dreißig Städte, als Oberrab- biener erwählt worden bin; mußte ich betheuren, daß ich mit die schon allda entstandne Seckte, kein Umgang haben will: welches mir auch besonders An- genehm war. Ich bestrebte mich so gar aufs-äußerste die Seckte, durch meine an Sie gethane Strafpredigen, aus Ihren Irrthum zu ziehen, um Sie wieder auf den wahren Weg zu bringen. Da ich aber nach hero sahe, daß solches nicht die mindeste Würkung gegen Sie that: sondern es kamen mir schon in die Hände, von Ihre in geheim gedruckte Bücher: in welche Sie sich mit besondre Freyheiten gegen alle Gesetze aus drükten: brachte es mich in besondre Ver- wirrung; da ich vor mich allein nicht wußte, wie ich selbige zernichten soll. Den wann gleich ich Ihr Oberrabiener war: da aber in die alle unter mir habende Städte, die mehrsten schon von der Seckte waren, konnte ich mir nicht so viel Gewalt beymäßen, um Ihre Bücher öffentlich zu zernichten. Sondern, ich sahe mir gezwungen von dem Vorfall zu berichtigen, den Seeligen Hochgelehrten "Elias in Wilna" da er der Klügste, und Gelehrteste war, über alle unsre Gelehrte, so wohl in die Heiligeschrift, als in die Verborgne Schrift; lch mel- dete Ihm, den Inhalt von der Seckte Ihre Bücher, und bat Ihm mir mit guten Rath Hilfe zu leisten. Denn ich befürchtete: nach dem Sie so viel schlechtes, und Freyheiten, in Ihre Bücher eingeführt hatten, und sich noch immer nennen unsre Mitbrüder; wann es nach dem für die Hohe regierung kommen sollte, könnte der Unschuldige durch den Schuldigen leiden müßen. Über dem bezeugte ich Ihm daß nach dem auch in Ihre Bücher eingeführt ist, den Tugendhaften, von den wahren Weg abzuführen, so wäre es laut unsre Gesetze recht, selbige Bücher öffentlich zu verbrennen._ Dies bewerkstelligten Sie auch in Wilna, und ließen die Seckte Ehre Bücher, öffentlich vor dem Gebet=haus verbrennen. Da die Seckte dies erfuhren, und merkten daß ich sehr gegen ihre Gesinnungen bin, wurden Sie alle in ein Bündniß gegen mich aufgebracht, zernichten mir meine Einkünfte, und beredeten zur letzt auch noch die andre, daß Sie mir mein Zugehöriges nicht geben sollen. Und wer wollte wohl, so ein Rath nicht Gehör leisten?_ Da durch wurde ich aufs äußerste verärmt. Sogar in drey Städte, nehmlich, Slobin, Stolin, Dobrowitz, welche auch unter meine Aufsicht gehörten, wo aber von die Seckte Älteste darin wären; schaften es sich bey die Herrschaften von die Städte frey, daß mir verboten wurde mehrmahls dahinzukommen. Nach hero wurden Sie in Pinsky, durch Ihre Anhang sehr sehr vermehrt; und ehe noch meine Zeit verfloßen war, die Oberrabbiener Stelle niederzulegen, nahmen Sie mir selbige mit Gewalt, und mit der größte mir angethune Schande ab. Nahmen den nir in Gebethause zugebührenden Stuhl und legten auf deßen Stelle Sand und Erde._ Welches eingleichniß hatte, mit die – welche bewußt sein wie Sie verfahren haben._ Denn wann gleich nach Jüdischer-Religion eingeführt ist, daß einer der die Oberrabbiener Stelle versehen thut, wann er auch nur auf eine bestimmte Zeit aufgenommen ist, nie kann da von abgesetzt werden: kehrten sich doch selbige Seckte nicht daran, sodern verstießen mich mit die größte Schande, noch Zwey Jahre vor Verlauf meine Aufgenommene Zeit, und nahmen mir alle meine Einkünfte ab. Da ich dies Verfahren sahe, welches Sie mit mir verfuhren, ohne alle Gerechte und Gesetze erstlich darum zubefragen: beklagte ich mich auf Sie, laut Hohes Ihro Kaiserliche Majestät Befehl, bey den dortigen Magistrat, worauf selbiges befohl, daß mann in unsern Gebethause öffentlich durch Ausruf kund machen soll, daß ich meine vorige Stelle, als Oberrabbiener, so lang vorstehn muß, bis die Sache gerichtlich geendigt werden wird. Um dies zu bewerk- stelligen, schickte daß Magistrat Ihren Sekrateur in Gebethause, um daß in seine gegenwart, dies Befehl soll kund gemacht werden._ Da dies die Seckte erfuhren, beschworen Sie untersich des Magistrats vorhaben zu zernichten, erwählten unter sich einen als Ältesten, und als der Sekrater mit den Kundmachung in Gebethause kommen wollte, wiedersetzten Sie sich aufs äußerste, und ließen Ihm nicht herein._ _ Und da doch laut Hohes Ihro Kaiserliche Majestät Befehl, anbefohlen ist, daß in jeder Stadt, wo sich von unsre Religion befinden, daß auch von Juden Richter sollen eingesetzt sein, um was Religionssachen anbelangt zu richten: welche doch auch ver- muthlich in die Religion mußen gelehrt sein?_ Solche verwarfen aber die Seckte, und wählten nach ihren Gefallen, leute die nicht die mindeste Erfahrung darin haben. Und wählten sich zu ihren Ältesten, einem, Nahmens "Herschel Kolodner"_ blos darum, weil er mit seine ganze Fa- milie, von eben der Seckte ist. Der selbe fuhr auch nach Minsky zu den Goubrener Neplujew, und verschaffte sich von Ihm, durch die falsche berichte welche er auf mir anbrachte; ein Befehl gegen mir, daß all mein rüсk- ständiges Geld von .6. Jahren, welches ich aus die unter meine Aufsicht gehörende Städte zu bekommen halte, des gleichen was mir auch noch in die Zukunft zukommen müßte; daß ich von allen diesen nicht daß mindeste bekommen soll._ Über dem ließ er auch auf befehl des Goubreners, schrifte öffentlich anschlagen, daß jeder welcher nur auf mir bezeugen kann, daß ich 45 10 Ihm mit unrecht behandelt habe, oder daß ich von jemand unrechtmäßig was Geld genommen hätte; derselben soll melden beym Magistrat, und beym Stadt- halter._ Welches, wann gleich es mir eine große Schande war: mich doch freute, da mir bewußt war, daß Niemand auf mir, so gar von die Seckte, was unrechtmä- ßiges auf zeugen kann. Denn mein Vorhaben war niemahlen, daß ich den Reichen stützen sollte, wann er unrecht hatte, und den Armen da durch zu vergeßen, sondern mein Bestreben war jederzeit, nach verhältniß der Sache, den Armen bey zu stehn._ Durch welchen, da es über ein halbes-Jahr an alle öffentli- chen Orten angeschlagen war, und niemand sich ereignete, um gegen mir was schlechtes auf zu zeugen: bekam ich von mein guten Verhalten ein Zeugiß von den Stadthalter._ Da nach hero daß Magistrat selber ein sahe, daß meine Sache sehr gerechtmäßig ist; aber die Seckte abstehn wollten Sie auch nicht; weil Sie befürchteten: da es eingeführt ist, daß nach jeden verlauf von drey Jahren, auch die Juden Stimme geben können, um beÿ behaltung des alten Magistrats, und da die von die Seckte, die Mehersten und Vornehmsten ausmachen, waren. Sie bang daß selbige gegen Sie sein werden; so ver- zögerten Sie meine Gerichtliche Sache bis auf .6. Jahre: in währender Zeit ich aber nicht unterließ, mir gehöriglich in Gericht ein zu finden, da ich von Sie foderte 3000 dukaten, welches Geld ich vor Sie ausgelegt habe auch Sie selbst gegeben, ohne die Unkostung: Und auch was ich verlohren habe von meine Einkünfte, seit der Zeit daß sich die Seckte mit mir in Streit einließ, beläuft sich mehr als '10000' dukaten, von alle Städte die unter meine Aufsicht gehörten: welches ich mit mein Gewißen bezeugen kann._ Zwar bin ich nach dem mehr als Zehn mahl in Minsky gewesen, und brachte an den Magistrat befehle aus der Goubrements-Regierung des gleichen auch von den Genral-Goubrener Tutelmann, um meine Sache zu schlichten, aber auch dies alles half mir nichts, sondern meine Sache wur- de immer mehr verzögert: bis ich da durch in die Elendeste, und Ärmste Um- ständen gerieth; ich wurde zur letzt durch Armuth so gar gezwungen all mein noch habendes zu verkaufen; daß mir mit meine Familie nichts mehr übrig blieb, als unsre arme Seelen._ – Doch dachte ich, ich will mir darüber mit Geschrey gegen Gott noch nicht beklagen_. – Denn es steht 2tes buch Moses 22 Ca 23.v. geschrieben._ „Wird mann Sie beleidigen, so werden. Sie zu mir schreyen und ich werde Ihr schreyen erhören„_ Sondern ich dachte, wir haben ja noch Gottlob Höhre Gesetze, wo der unterdrückte Recht kriegen kann. Und ??? 65 kann wohl größer sein als unser Großmächtiger Kaiser Paul der Erste ???lchen Gott uns auf erden eingesetzt hat um zu sein Herr über alle Herrn ???ßen Hertz für eine jede Gerechte Sache offen steht, als die Thöre des Himmels und von Ihm ist die Quelle von die Gerechtigkeit, Klugheit, und Furcht._ Denn Daniel 2. Ca: 21.v: Er liebt was gerecht ist_. Eben so wie wir finden._ „daß Gott giebt von seine Weiseheit, dem Klugen: und verständiget Ihrem Verstand_„ Und bey nahe konnte Er rathen ein jeden Menschen seine Gedancken: welches ein jeder der nur Verstand hat, einsehen kann._ _ Hiedurch nähe ich mich mit mein betrübten schweren Herzen: Ihro Kaiserliche Majestät, unterthänigst und demüthigst zu bitten_. Da ich in ehege Zeiten Reich und vermögend war, jetzt auf mein Alter, durch Anstiftung der Seckte, ich mit meine ganze Familie in die gröste Armuth gestürzt worden bin: Daß ich bloß wünsche mein Urtheil zu haben, von Dero Hohe Ausspruch: denn mir ist unmöglich mit Zeugen zu beweisen, dne Schaden welchen mir die Seckte veruhrsacht hat. Denn dem Schaden welchen Sie mir beybrachten, der besteht unter sie, welche ich in meiner Oberrab- biener schaft in alle Städte unter mir hatte, welche wohl über Zehntausend Menschen sein._ daß prophezeihte auch König Salomon_ „Ein König der Sprüche ??? Salomon 23. Ca: 14ter v: die Armen treulich richtet: deßen Thron wird ewiglich bestehn_„ da mit meint er daß ein jeder Regierender ohne Zeugen richten kann.

Abe waren die Seckte mit mein Stürtz noch nicht zu frieden, sondern da Sie wußten daß in „Wilna„ Ihre Freyebücher durch mir verbrannt worden sein, mach ten Sie auch da ein Bund untersich gegen die Gelehrte Jüdische Richter, und Stadt Vorsteher, wählten sich von Ihre Seckte Zwey mit Nahmen „Meyer Ra- phels„ und „Nachum„ selbige klagten die Stadt Vorsteher mit falsche klagen bey solche, da Sie Ihr Vorhaben Sie entdeckten, und selbige es vor gut befan- dent stunden Sie der Seckte noch bey: daß die beyden benannte Älteste Vor- ??? aus „Wilna„ wurden: wo durch die welche gegen die Seckte sein, wegen die Seckte Ihr immer während. Falsche Anklagen, mehr als 10000, dukaten ver- lohren haben: wo durch hauptsächlich die Armen, welche gegen die Seckte Ihre Gesinnungen sein gelitten haben._ – Dies der Seckte Ihr verfahren mit frey- heiten, und dero mehr bestehend in dem untersich habenden Bündniß; sahe auch zur letzt ein der in Wilna gewesnen ,Goubrener, welches er auch hieher de- mühtigte. Darauf wurde der Seckte Ihr Älteste Vorsteher – Salomon aus Loschno hieher gefodert. Als mann Ihm unter andere befrug, weßen Uhrsache, er von die Seckte Jährlich so viel Geld haben thut, und es nach die Türkey schickt? 46 Antwortete er! Daß dieser Gebrauch von jeher unter die Juden eingeführt ist 66 Wel- ches aber das Gegentheil ist._ Zwar ist von jeher eingeführt, daß alle Jahr aus eine Stadt wo Juden wohnen, etwas hin geschickt wird: weil in die 5tes buch Moses 5. Ca: 11ter v: Heiligeschrift steht_. „Du sollst Mildreich sein, gegen Arme, Notdürftige und bedrängte in deinem lande._» welches aber deuten will, daß mann erst diejenigen Hilfe leisten muß, welche um uns sein, und dann die welche da sein_ – welches auch nie mehr ausmachte, als von eine Ansehnliche Stadt Jährlich, 5, oder 6. rubel: Aber der Seckte Ihr Vorsteher hebt Jährlich von jede Familie .10. oder 15. rubel, um nach die Türkey zu schicken: beweilen allda der wahre Ursprung von Ihre Seckte ist; und sich jetzt besonders viele von Sie da befinden._ Aber die um Sie sein Arme: wann Sie nicht mit in Ihre Seckte sein, helfen Sie selbige nicht mit daß mindeste._ In welcher handlung Sie noch immer fortfahren._ Denn vorhero, war jeder Zeit bey unsre Nation eingeführt, daß blos von unsre Gelehrte, welche ge- setzt waren, um die Rechts-sachen unter sich zu schlichten: welches auch nie- mahlen, in die länge verzögert werden konnte: beweilen alles laut die Heiligschrift gericht worden ist, so ist die größte Sache höchstens in drey tage geendigt worden._ Welches auch die Hochseelige Kaiserin bey Ihr besteigung den Thron bekräftigte: das Jüdische Rechts-sachen, bloß von die Vorgesetzte gelehrte Juden, geschlichtet werden sollen._ – Aber die Reichen, welche dies mißfiel, brachten es durch Vorbitte so weit, daß die Kraft von Jüdische Richtung in Rechts-sachen wegfiel_. Denn weil es aus- führlich bey uns anbefohlen ist_ „Ihr sollt nicht unrecht handlen am Gericht, weder 3tes buch Moses 19 Ca: 15ter v. den Armen vorziehen noch den Reichen ehren _ – Sondern du sollst dein Nächsten recht richten.„ daß deutet so viel daß mann nicht in mindesten den Reichen, vor den Ar- men vorziehen darf. Und was da anbetrift Jüdische Rechts-sachen, kann niemand beßer richten, außer der, welcher ein Mitbruder von Sie ist, beweilen er gleich unter die Richtende verstehn kann, welcher mit Falschheit bey der Sache umgeht, und welcher wahrhaft redet._ – Und in der That, wann jetzt noch sollte sein, so wie es ehe dem waren, daß Juden Ihre Rechts-sachen bloß von einem Gelehrten un- ter Sie sollte geschlichtet werden, und was anbelangt Landesbefehle laut Hohe vorgeschriebne Gesetze: so hätte mann gewiß gewußt zu zernichten, wann sich einzelne mit Ihre Aufwerfung, gegen Gott, und seinen Gesalbten aufwerfen thun._ Ich aber habe bloß meine Hoffnung auf Ihro Kaiserliche Majestät große Gnade. Da dero größter Wunsch blos ist, alles mit der größte Ordnung, und Rechtheit zu vollführen. Und dies muß desto eher geschehn, w??? auf dero Hohes-Befehl, Nahmentlich Richter eingesetzt werden: gegen welche die Gemeinde, schon mehr Gehorstam leisten muß, als gegen diejenige die durch andre Ihre Wahl gewählt werden._ – Auf diesen prophezeihte auch König Sprüch wörter Salomon 16.Ca:12.v. Salomon, da er sagt._ 67Vor den Königen unrecht thun ist ein Greul: Denn durch Gerechtigkeit wird der Thron bestättigt. Recht rathen gefällt den Königen: und wer gleich zu räth, wird geliebt._68

Es ist mir sicherlich bewußt, daß ich nicht in Stande bin zu schreiben, wie es gebührend ist vor Ihro Kaiserliche Majestät. Und über dem da ich mir die große Freyheit bedient habe, mit so vieles Schrei- ben Ihro Kaiserliche Majestät zu bemühen: und wie sollte nicht möglich sein, daß durch vielen reden mann ein Fehler begeht?_ Doch durch Gottes Hilfe bin ich versichert auf die große Gnade unsers Großen Kaiser Paul den Ersten, der Herr ist über alle Herre auf Erde, gleich ein Engel Gottes; daß er einsehn wird, daß meine Reden treulich gemeint sein. Und wann ich dero große Gnade besitze, fürchte ich mich vor niemand auf Erde._ Auch bin ich nicht mit mein Schreiben etwa gekommen, um Ihro Kaiserliche Majestät zu belehren? Wie konnte ich das: da ich nur bin der Niedrigste von alle niedrigen, einer der allernärrischten, und Menschen Ver- stand ist nicht bey mir: Ich habe keine Weisheit gelernt, und was heilig ist weis ich nicht: da durch weis ich nicht wie mann sich recht bey so ein Schrei- ben verhalten soll._ Sollte ich etwa nicht recht getroffen haben, die Ehre welche so einen Großmächtigen Kaiser gebührt: so ist auf dero Großen Psalm 106 Ca. 2.v. Ruhm gezeigt, wie König Dawid, sagte gegen Gott: „Wer kann die großen Thaten des Herrn aus reden, und alle seine Ehre preisen_.„ Des gleichen ist auf keine Art nicht möglich aus zu drücken, die große Ehre und Ruhm von Ihro Kaiserliche Majestät_.

Verfaßt in Hebräischen von den unterthänigsten Knecht „Abigdor„ gewesner Ober- rabbiener in Pinsky, der Sohn „Chaim„ Rabbiener in Kalisch, zur Zeit in St. Petersburg wo er hofft zu sehen daß lebendige Licht. Denn bey Dir ist die Quelle des Lebens Spruch ??? Salomon 10.Ca. 11ter v: denn daß gerechtens Mund ist ein Quelle des lebens. Und in Dein Licht sehen wir das Licht._

??? ??? ??? 69

Übersetzt aus den Hebräischen, von den unterthänigste Knecht, den hiesigen Bürger – Peter Bernhard._

1 уточнено по русскому переводу документа 2 здесь и далее поврежден правый край листа 3 здесь и ниже: начальные цифры утрачены из-за обрыва края листа; восполнено по русскому переводу 4 повреждение края листа 5 нечитабельное место из-за повреждения листа 6 повреждение края листа 7 необозначенное начало цитаты 8 конец цитаты 9 повреждение листа 10 здесь и ниже - поврежден и заклеен левый край листа 11 здесь и ниже - правый край листа подогнут и нечитабелен 12 здесь и ниже - поврежден и заклеен правый край листа 13 начало цитаты 14 конец цитаты 15 начало цитаты 16 конец цитаты 17 начало цитаты 18 начало цитаты 19 конец цитаты 20 начало цитаты 21 конец цитаты 22 здесь и ниже - повреждены и заклеены верхний и левый края листа 23 начало цитаты 24 конец цитаты 25 ошибочное указание переписчика на конец цитаты 26 здесь и ниже – левый верхний угол листа оборван, текст частично утрачен 27 вероятно, ошибка переписчика, правильно (как в русском переводе) - 1es 28 начало цитаты 29 конец цитаты 30 Начало цитаты 31 конец цитаты 32 начало цитаты 33 конец цитаты 34 начало цитаты 35 конец цитаты 36 начало цитаты 37 конец цитаты 38 начало цитаты 39 край листа подогнут и поврежден 40 поврежден край листа 41 номер главы восстановлен по русскому переводу, т.к. край листа подогнут 42 конец цитаты 43 верхний и левый края листа заклеены при реставрации и малочитабельны 44 начало цитаты 45 начало цитаты 46 необозначенный конец цитаты 47 поврежден край листа 48 край листа поврежден 49 необозначенное начало цитаты 50 необозначенный конец цитаты 51 верхний и левый края листа заклеены при реставрации и малочитабельны 52 начало цитаты 53 необозначенный конец цитаты 54 начало цитаты 55 конец цитаты 56 необозначенное начало цитаты 57 необозначенный конец цитаты 58 конец цитаты 59 начало цитаты 60 оборван верхний правй край листа 61 конец цитаты 62 необозначенное начало цитаты 63 верхний и левый края листа заклеены при реставрации и малочитабельны 64 начало цитаты 65 верхний и левый края листа заклеены при реставрации и малочитабельны 66 верхний край листа заклеен при реставрации и малочитабелен 67 начало цитаты 68 конец цитаты 69 развернутая подпись на иврите